Dirk Steinborn - Watamu Design Berlin  


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Navigation


Verloren in den unendlichen Weiten des Netzes. Dies hat wahrscheinlich jeder schon einmal erlebt, der auf der Suche nach Informationen in einer großen Website die Orientierung verloren hat. Daher ist eine funktionierende und einfache Navigation mit am wichtigsten für gute Usability eines Webangebotes. Besuchte Links besonders zu kennzeichnen gehört ebenso dazu, wie die gute Gestaltung einer Navigationsleiste. Diese findet sich auf fast jeder Website.

Unser Gehirn verarbeitet in der rechten He-
misphäre besser visuell-räumliche Infor-
mationen als in der linken. Das heißt, wenn die Navigationsleiste sich unten oder rechts am Bildschirm befindet, ist die Verarbeitung und damit die Orientierung erschwert, da die Informationen in die linke Gehirnhälfte ge-
langen. In einer kanadischen Studie konn-
ten diese Überlegungen auch eindeutig nachgewiesen werden. Die Probanden muß-
ten hierbei bestimmte Informationen suchen

und wurden mitten in ihrer Aufgabe unter-
brochen. Es zeigte sich, daß die Zeit für die Wiederaufnahme der Suche um 50% nied-
riger lag, wenn sich die Navigationsleiste links und nicht rechts befand. Aus den Er-
gebnissen der Studie ergab sich folgende Reihenfolge für die Plazierung der Navi-
gationsleiste (vgl. Hofer & Zimmermann, 2000; S. 46-47):

- links
- oben
- unten
- rechts.

Weiterhin muß die Erwartungshaltung der Benutzer berücksichtigt werden. Ein großer Teil der Anbieter von Websites im Internet plaziert ihre Navigation links oder oben. Das führte dazu, daß sich bei den Benutzern eine gewisse Gewohnheit ausgebildet hat, welche die Wahrnehmung in Form von Er-
tungshaltungen beeinflußt.


3D Navigation
Eingeschränkte Lesbarkeit durch rotierten Text (Quelle: http://www.sel.sony.com)





Dazu kommt eine Erkenntnis aus der Soft-
wareergonomie. Informationen werden um 20 bis 30% schneller verarbeitet, wenn Aus-
wahlen untereinander in einer Spalte ange-
ordnet sind, als wenn diese nebeneinander in einer Zeile plaziert werden (Wirth, 2000 b). Dies spricht ebenfalls für die Plazierung der Navigation auf der linken Seite.

Klickt man sich durch viele Seiten, kann man sich oft nicht daran erinnern, wo die Reise begann und wo sie entlang führte. An Seiten, welche 4 bis 5 Bildschirmseiten zurückliegen, kann man sich fast gar nicht erinnern (vgl. Wirth, 2000 b). Diese Infor-
mationen sind nicht abrufbar, weil man seine Aufmerksamkeit auf den Inhalt lenkt. Aus diesem Grund ist es hilfreich, wenn auf der Navigationsleiste farblich gekennzeich-
net ist, wo man sich gerade befindet. Eine andere Farbe kann dazu noch anzeigen, wo der Benutzer schon war. Auf diese Weise dient die Navigationsleiste im Prinzip gleich-
zeitig als Lageplan (site map) und Erinner-
ungsstütze, durch welche der Benutzer im-
mer informiert bleibt. Das Einblenden von Unterkategorien der Navigationsleiste hilft,

die Position innerhalb der Website festzu-
stellen, wodurch der Benutzer ein gutes mentales Modell über den Aufbau einer Website bilden kann (vgl. Nielsen, 2000; S 188-191). Bei großen Webangeboten ist es am besten, eine Suchfunktion anzubieten. Dadurch gelangen Benutzer schnell an ihre gewünschten Informationen (vgl. Bevan, 1998).

Einige Internetanbieter haben versucht, ihre Navigation dreidimensional (3D) zu reali-
sieren. Die grafischen Interfaces wurden je-
doch für eine zweidimensionale (2D) Dar-
stellung konzipiert. Die Beherrschung einer dritten Dimension erfordert vom Menschen zusätzliche Aufmerksamkeitsressourcen und viel Übung. Wer einmal taucht, wird das leicht erfahren. Die Wahrnehmung des Men-
schen ist eher auf 2D ausgerichtet, da wir auf dem Boden laufen und nicht schwimmen /fliegen. Darüber hinaus ist die schlechte Lesbarkeit von rotiertem Text ein Grund, ei-
ne 2D-Darstellung zu benutzen trotz we-
niger schöner Optik (vgl. Nielsen, 2000; S. 156-157).





Literatur

Bevan, N. (1998). Usability Issues in Web Site Design. Online-Dokument: ftp://ftp.npl.co.uk/pub/hci/papers/Web-Usab.rtf

Hofer, K., Zimmermann, H. (2000).
Good webrations 2.0. a design for living
in the digital age
. München: Proteus.

Nielsen, J. (2000). Erfolg des Einfachen.
München: Markt + Technik

Wirth, T. (2000 b). KommDesign.de - Fakten. Online-Dokument: http://www.kommdesign.de/fakten
/index.htm#Top




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