Dirk Steinborn - Watamu Design Berlin  


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Layout - Der Aufbau einer Seite


Der Aufbau einer Seite hat mehrere Aus-
wirkungen auf die Wahrnehmung. So lösen Farben und Formen bestimmte Gefühle aus. Der erste Eindruck, wenn man auf eine Startseite (Homepage) gelangt, kann über Sympathie und Antipathie entscheiden. Un-
ser jeweiliges Empfinden für Ästhetik wirkt sich auf die Beurteilung aus. Interessant ist, daß es eine positive Verbindung zwischen Ästhetik und Usability gibt. Leider ist die Richtung dieser Korrelation noch nicht ge-
klärt (vgl. Wirth, 2000 b). Es wäre möglich, daß eine ästhetisch anspruchsvolle Web-
site eine positive Erwartungshaltung gegen-
über dieser hervorruft. Dies könnte dazu führen, daß ein Benutzer tatsächlich mit dieser besser zurechtkommt, ähnlich dem Rosenthal-Effekt.

Neben ästhetischen Gesichtspunkten hat die Arbeitsweise unseres Gedächtnisse Auswirkungen darauf, wie die Website auf-
gebaut sein sollte. Für gutes Zurechtfinden ist es wichtig, daß der Benutzer die Orien-
tierung behalten kann. Hier spielen die Ge-

staltung der Links und der Navigationsleiste ein große Rolle, vor allem jedoch die Tat-
sache, daß das Kurzzeitgedächtnis 7 +/-2 Informationen erfassen und für kurze Zeit behalten kann. Diesem Umstand kann man Rechnung tragen, indem alle Elemente, wie Navigationsleiste, Bilder, Text usw., in ei-
nem Bildschirmfenster in ca. sieben Infor-
mationseinheiten aufgegliedert werden. Glei-
che Sachverhalte können zu Kategorien zusammengefaßt und durch einen ange-
messenen Abstand voneinander getrennt dargestellt werden (Hofer & Zimmermann, 2000; S. 66). Die Verwendung von Farbe unterstützt die Abgrenzung. Wenn sich die Benutzer auch nicht an alle Inhalte erinnern, ist es ihnen jedoch oft möglich, die Lage der einzelnen Objekte im Raum wiederzufinden. Studien über das Verhalten von Surfern im Internet haben gezeigt, daß es noch einen weiteren Faktor gibt, welchen man beim Aufbau einer Seite berücksichtigen muß. Internet-User scrollen sehr ungern und nur etwa 10% tun dies überhaupt (vgl. Nielsen, 2000; S. 112).




Das bedeutet, alle wichtigen Informationen müssen im ersten Bildschirmfenster plat-
ziert werden. Für längere Texte empfiehlt es sich, eine Navigation innerhalb einer Seite anzubieten. Einige Seiten haben nicht nur rechts (wie man auch erwartet) einen ver-
tikalen Balken zum Scrollen sondern gleich zwei. Dort kann es passieren, daß einer leicht übersehen wird.

In der Horizontalen sollte man Scrollbalken generell vermeiden. Erstens ist die Navigat-
ion eingeschränkt, wenn zwei Scrollbalken zu bedienen sind, zweitens stören solche Balken das Erscheinungsbild beträchtlich und drittens - und das ist am wichtigsten -
werden horizontale Scrollbalken leicht über-
sehen, weil sie ungewöhnlich sind. Dadurch können für die Benutzung wichtige Funkt-
ionen verborgen bleiben. Besonders breite Tabellen mit fester Größe und feste Frames verursachen horizontale Scrollbalken (vgl.

Meads, 1998). Das Schwierige bei der Ge-
staltungvon Websites ist, daß das Internet ein dynamisches Medium ist und die Seiten auf unterschiedlichen Bildschirmen mit un-
terschiedlicher Auflösung dargestellt wer-
den. Es ist gut, die Seiten so aufzubauen, daß sie auflösungsunabhängig sind und sich anpassen. Dadurch kann man hori-
zontale Scrollbalken verhindern (vgl. Nielsen & Tahir, 2002; S. 40).

Weiterhin ist zu beachten, daß das Blick-
verhalten der Benutzer bei Websites ein anderes ist als bei gedrucktem Material. Sie lesen eine Seite nicht, sondern "scannen" diese. Die Fixationen und damit die Blick-
bewegungen sind bei etwa drei Viertel der Benutzer ca. 60% geringer. Das heißt, nur Informationen, die sofort Aufmerksamkeit anziehen, werden wahrgenommen und mehr als die Hälfte gar nicht (vgl. Nielsen, 1997).


Scrollbalken
Vertikale und horizontale Scrollbalken in einer Website (Quelle: http://www.abi-books.com)




Literatur

Hofer, K., Zimmermann, H. (2000). Good webrations 2.0. a design for living
in the digital age
. München: Proteus.

Meads, J. (1998). Usability Is Not Graphic Design. Online-Dokument: http://devedge.netscape.com
/viewsource/meads_usb.htm


Nielsen, J. (1997). How User Read On The Web. Online-Dokument: http://www.useit.com/alertbox/9710a.html

Nielsen, J. (2000). Erfolg des Einfachen. München: Markt + Technik

Nielsen, J., Tahir, P. (2002). Homepage Usability - 50 Websites Deconstructed. Indianapolis: New Riders

Wirth, T. (2000 b). KommDesign.de - Fakten. Online-Dokument: http://www.kommdesign.de
/fakten/index.htm#Top




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