Dirk Steinborn - Watamu Design Berlin  


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Aufmerksamkeit


Fast alle Prozesse der Wahrnehmung lau-
fen vorbewußt und automatisch ab. Dies kann jeder an sich beobachten, der täglich die gleiche Strecke zur Arbeit mit dem Auto fährt. Kaum angekommen, kann man sich eigentlich an die Fahrt nicht mehr vollstän-
dig erinnern. Man muß bremsen und schal-
tet in einen tieferen Gang, unterhält sich mit dem Beifahrer. All das geschieht automa-
tisiert und damit ohne Bewußtheit. Würden alle Umweltinformationen ungehindert in un-
ser Bewußtsein gelangen, wäre unser Ge-
hirn schlicht überlastet. An diesem Punkt setzt ein Steuermechanismus ein, den wir Aufmerksamkeit nennen. Bewußtsein ist immer an die Bereitstellung von Ressourcen der Aufmerksamkeit gebunden und erfolgt durch das Arbeitsgedächtnis, einem Teil des Kurzzeitgedächtnisses (vgl. Birbaumer & Schmidt, 1996; S. 513-515).Bei der Wahrnehmung gibt es Reize, welche zu einer bewußten Verarbeitung führen. Die Zuwendung der Aufmerksamkeit wird

dann durch sogenannte Orientierungsreak-
tionen ausgelöst und gewährleistet. Eine Orientierungsreaktion kann durch folgende Reizkonstellationen hervorgerufen werden:

- die Aufnahme neuer Informationen

- man muß zwischen mindestens zwei
  Möglichkeiten wählen /ein Urteil abgeben

- es ist eine gefährliche oder schwierige
  Situation

- man muß eine Gewohnheit (Habituierung)
  durchbrechen

- die Reizwahrnehmung erfordert eine
  komplexe Handlung

- wir erwarten einen bestimmten Reiz und    
  dieser trifft nicht ein (vgl. Birbaumer &
  Schmidt, 1996; S. 514)



Bei der Aufnahme von Informationen aus der Umwelt erfolgt stets ein Vergleich mit be-
reits gespeichertem Material. Dies ist wahr-
scheinlich eine Leistung der Hippocampus-
formation (vgl. Birbaumer & Schmidt, 1996; S. 466-467). Stimmen neue und gespeicher-
te Muster überein, bleibt die Verarbeitung vorbewußt. Bei den genannten Reizkonstel-
lationen, welche eine bewußte Wahrneh-
mung auslösen, fällt der Mustervergleich negativ aus. Man spricht von einem Mis-
match. Daß der Vergleich der Muster eine vorbewußte Leistung unsres Nervensystems

ist, zeigt sich bei der Messung von Ereig-
niskorrelierten Potentialen
(EKP) am Gehirn (vgl. Birbaumer & Schmidt, 1996; S. 516-517). Die Bereitstellung von Aufmerksam-
keitsressourcen erfolgt also durch Bewert-
ungsprozesse bei der Aufnahme von Reizen aus der Umwelt (vgl. Birbaumer & Schmidt, 1996; S. 515).


Literatur

Birbaumer, N., Schmidt, R.S. (1996). Biopsychologie. Berlin: Springer.







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